Sehr enttäuscht von J4

  • Sei einfach mal fünf Minuten ehrlich zu Dir

    Ok, dann sind wir doch mal fünf Minuten ehrlich miteinander:


    Hier wird der "guten alten Zeit" hinterher gejammert, als Joomla noch nennenswerte Verbreitung im Massenmarkt hatte. Was zeichnet diesen Markt aus? Es sind Seiten mit oftmals überschaubarer Komplexität, die möglichst günstig realisiert werden sollen. Technische Aspekte wie wartbarer Code, Barrierefreiheit, Skalierbarkeit und co - kurz die technische "Sexyness" spielen für diese Seiten überhaupt keine Rolle. Es muss einfach nur laufen und der Endnutzer muss in der Lage sein, möglichst trivial Inhalte einzufügen. Kernelement, damit das überhaupt geht, ist ein möglichst großes Ökosystem an Extensions, damit man sich Anforderungen einfach durch drölfzig zusammengeklickte Extensions aus dem Regal lösen kann. Ohne Ökosystem ist der Massenmarkt nicht bespielbar.

    .

    Wirtschaftlich ist dieser Markt in einem enormen Konkurrenzdruck. Es wird zu teils abstrusen Stundensätzen gearbeitet und an der nächsten Straßenecke stehen drei Studenten die deine Sätze noch unterbieten.


    Jetzt kommt die Wahrheit: Dieser Markt ist für Joomla unwiderruflich verloren. Er wird derzeit von WordPress dominiert – wobei WordPress den Druck der SAAS Site Builder wie WIX, Jimdo und co spürt, was dann z.B. unmittelbar zu Gutenberg als Reaktion geführt hat. Joomla ist im Vergleich zu diesen Systemen zu komplex, hat eine zu steile Lernkurve und ein zu kleines Ökosystem bei den Extensions - deswegen ist meine persönliche Wahrnehmung, dass viele tragende Personen im Joomla-Projekt die Strategie "Rückeroberung" schlicht aufgegeben haben und die Ressourcen lieber in die Fokussierung auf andere Marktsegmente konzentrieren wollen.


    Und jetzt kommt das Entscheidende: die Frage, ob das ein Problem ist oder nicht, hängt schlicht von der Perspektive ab. Ist der eigene Fokus der Massenmarkt, weil man sich z.B. mit Schulungen an Endkunden richtet oder im "normalen" Shared-Hosting Markt unterwegs ist, dann ist das selbstredend ein Problem. Gleiches gilt auch, wenn man als Agentur/Freelancer diesen Markt als Fokus hat oder gar im Extensions Business unterwegs ist. Wer diese Bereiche bespielt, muss sich offen und ohne Groll mit der Frage auseinander setzen, ob Joomla das richtige System ist. Die Energie in die Beschäftigung mit dieser Frage ist vermutlich produktiver investiert, als in endlose, fruchtlose Diskussionen hier in diesem Forum.

    Wer hingegen Projekte umsetzt, die sich über höhere Komplexität, spezifische technische Anforderungen, einen Bedarf an Individualentwicklungen o.Ä. definieren, wird keine Träne vergießen, wenn Joomla sich hier klarer auf dieses Segment spezialisiert. Die Projekte in diesem Bereich sind in der Regel deutlich umfangreicher, lukrativer und der Konkurrenz- und vor allem Preiskampf ist ungleich kleiner. Wer diesen Bereich bereits bespielt kommt mit Joomla in meiner Wahrnehmung hervorragend klar.


    Last but not least noch ein weiterer Gedanke hierzu:

    Ist euch klar, warum Core-Entwickler an WordPress arbeiten? Richtig: sie werden dafür bezahlt. Von Automattic, von Google, von großen Agenturen mit teils mehreren hundert Mitarbeitern. Es gibt nur eine verschwindend geringe Anzahl an regelmäßigen Core-Contributern, die als Freiwillige an WP arbeiten? Und wisst ihr warum: weil das aus Entwicklersicht wirklich überhaupt garkeinen Spaß macht. WordPress Core Code ist nämlich insbesondere auf PHP-Seite ein ziemlich veralteter, fieser Rotz, den heute niemand mehr in dieser Form produzieren würde. Weil man sich aber auf den Massenmarkt fokussiert und daher keine großen Technologiesprünge gehen (Stichwort "Migrationsgejammer"), muss dieser riesige Haufen tote Katzenbabies irgendwie weiter gepflegt werden - das macht man für Geld, aber bestimmt nicht weil es so hochgradig spaßig ist.

    Bei Joomla ist die Ausgangssituation völlig anders: jeder in diesem Projekt arbeitet freiwillig - das bedeutet man muss die Leute rekrutieren, motivieren und bei der Stange halten - und das geht nunmal nicht mit der Losung "bloß keine coolen Technologien, hier bleibt alles wie es ist" zusammen.

  • Einen Blog für Tutorials zur J2.5 und den gleichen Beitrag, der immer noch gültig ist, im Blog zu J3x und vermutlich demnächst zu J4. Das geht nicht mit den Tags!


    Da ich's gerade nochmal gelesen habe: Die Aussage, dass das nicht geht, ist schlicht und einfach falsch. Eine Kategorie "Joomla-Tutorials" anlegen, 3 Tags (2.5, 3, 4) anlegen, Beiträge zuweisen und last but not Least 3 Menüeinträge als Kategorieblog für die Kategorie anlegen, die sich dann nach Tag filtern lassen -> zack fertig.

  • Da muss ich doch auch meinen Senf dazu geben - und das wird jetzt etwas persönlich.


    Es sind Teilnehmer aus mambo-Zeiten, die hier enttäuscht sind und jammern. Bei mambo war ich noch nicht dabei, aber bei allen, die hier der alten Zeit nachtrauern frag ich mich doch, ob da nicht einige einfach auf dem Stand von vor 10 Jahren stehen geblieben sind.

    Damals gab es eigentlich nur Foren, um sich auszutauschen, und an github war damals noch nicht zu denken. Heute gibt man Informationen auf Youtube weiter, oder auf instagram oder auf twitter. .. github ist unser kommunikationskanal.

    Alte Leute stellen sich schwer auf was neues ein. Ich weiss das - ich bin die älteste hier ;)


    Da mein Herzensanliegen die Barrierefreiheit ist.
    Dies war Axels Spezialgebiet und ich erinnere mich an eine Präsentation von Axel auf einem Joomladay in Nürnberg, mit einem blinden Benutzer, der im Backend der J3 schier verzweifelt ist.
    Auf diesem Gebiet hat Joomla nun eine Führungsrolle. Öffentliche Seiten für Gemeinden, Verwaltung, Schulen müssen in Zukunft barrierefrei sein. Die Vorschriften unterscheiden sich in Ländern aber der Trend geht dahin.
    In J3 war das noch mit ziemlich viel Aufwand verbunden, jetzt ist es einfach da, ohne dass der Anbieter einer Seite etwas tun oder der Kunde etwas bezahlen muss. Nur kaputtmachen darf der Entwicker dann nichts.

    Es mag dem Jan egal sein, leider ist es sehr vielen egal, aber es wird immer wichtiger.

  • Diese Art Diskusson war zu erwarten.

    Vielen Dank an SniperSister für sein Posting #21. Das trifft es ziemlich gut.


    Ich habe nicht alle Postings gelesen, wurde mir irgendwann zu viel und teils zu viele Details. Ich kann die meisten Argumente von allen Seiten eigentlich gut nachvollziehen.


    Als - ich muss schon fast sagen ehemaliger - "JoomlaHoster" sehe ich natürlich sehr stark die Anwenderseite. "Ehemalig" deshalb, weil kaum noch neue Kunden Joomla einsetzen, sondern eben WordPress. Ist mir als Hoster letztlich egal, aber mein Herz schlägt ja doch für Joomla. Und da muss ich leider feststellen, das die allermeisten "Normal-Anwender" nicht in der Lage sind Migrationen durchzuführen. Nicht nur jetzt auf V4, sondern auch schon früher. Dabei geht es nicht nur um die großen Versionssprünge von V2 nach 3 und 4 usw. sondern auch um Updates innerhalb einer Versionsserie. Derartige Probeme kann ich bei WordPress-Kunden überhaupt nicht feststellen. Ganz selten das sich mal einer meldet, der nicht weiterkommt.


    Ein anderer Punkt ist die Bedienbarkeit bzw. das Zurechtfinden im Backend. Nicht als Profi, sondern als Normalo. Warum die Menüstrukturen so ganz anderes dargestellt werden, erschließt sich mir kein echter Vorteil. Ich war beispielsweise erschlagen vom Platzbedarf. Diese teils riesige Schrift und die teils riesigen Abstände – nee im Backend arbeitet man doch nicht mit dem Handy. Warum alles so übergroß? Wir sind doch nicht alle blind und wer Probleme beim lesen hat hat, kann im Browser ja den Zoom vergrößern.

    OK, ich verstehe die Argumentation und den Nutzen bezüglich der Barriefreiheit. Möglicherweise ist genau das was Joomla (in Nischen) sogar nach vorne bringen könnte – allerdings nicht auf dem Massenmarkt.


    Das Joomla sich mehr und mehr zu einem System für Spezialisten mit besonders anspruchsvollen und komplexen Websites entwickelt und nicht mehr so sehr für den normalen Anwender geeignet ist, finde ich sehr schade. Ob das tatsächlich der richtige Weg ist? Bin da am zweifeln. Bald haben wir eine Typo3-Komplexität und dann ist der Massenmarkt erst recht tod.


    Das unter der Haube viel erneuert und verbessert wurde nehme ich positiv zu Kenntnis. Das sieht man als normaler Anwender aber nicht.


    Ich persönlich komme mit J4 vermutlich zurecht und Änderungen kann selbst ich mit meinen 58 Jahren noch verarbeiten, aber aus der Kundschaft hören ich leider (noch) nicht sehr viel Positives. Die meisten haben leider beim Update Ihre Seite zerschossen... Und wie gesagt, die meisten Neukunden nutzen Joomla nicht mehr. Das ist leider ein Fakt und selbst wenn man SniperSisters Argumente in seinem Posting #21, letzter Absatz, nachvollziehen kann, sollte sich Joomla doch an die Ansprüche und den erwarteten Nutzen der Anwender-Mehrheit orientieren und nicht zu sehr auf die Programmierer, was die am liebsten programmieren wollen… ich weiss, schwierig.

  • Um es noch mal ganz simpel zu sagen:
    Wir haben einen dicken Hinweis auf der Seite, das man auf keinen Fall sein Joomla V3 jetzt schon nach V4 updaten sollte. Nur wenn man genau weiss wie man sich dann bei Probleme helfen kann. Eigentlich gab es das bei JEDEM der Versionssprünge von 1, nach 1.5, 2,5 usw.


    So etwas habe ich bei Wordpress noch nicht erlebt. Da kommt was neues raus, die Leute machen die Updates oder (sogar automatisch) und damit ist das Thema erledigt. Klar, gibt auch mal Probleme, aber nicht im Entferntesten solche wie bei Joomla-Updates.


    Das genau das nicht in den Griff zu bekommen ist verstehe ich nicht. Das ist doch auch bezüglich der Sicherheit extrem wichtig. Was nützt eine bessere Sicherheit in einer neuen Version, wenn die Leute die alte Version beibehalten, weil Updates Problem machen?


    So, das soll erst mal reichen von mir :-)

    Will nicht zu negativ sein, aber dies ist vermutlich bei den meisten Hostern eines der Support-Hauptthemen.,..

  • Will nicht zu negativ sein, aber dies ist vermutlich bei den meisten Hostern eines der Support-Hauptthemen.,..

    Hi,


    ja, die Diskussion kommt mir vor als ob ich diese schon ein paar mal gelesen hätte. Gab es wohl bei jedem Versionsupdate mehr oder weniger.


    Als ebenfalls, zwangsläufig durch die Versionsupdates von Joomla, ehemaliger Joomlahoster, kann dir eigentlich in allen Punkten nur die volle Zustimmung geben.


    Danke dir das du das mal alles, aus Hostersicht, so auf dem Punkt gebracht hast.


    Gerade wir als Hoster erleben durch die Vielzahl an Kunden genau mit wie es um ein CMS steht bzw. wie die Kunden damit klarkommen.


    Und das ist bei jedem Versionssprung von Joomla immer wieder das geiche riesen Theater gewesen.


    Und jetzt hat die 3.10 auch noch den Bug das teilweise die 4 als Update angeboten wird.


    Seit Tagen zerschiessen sich ein Kunde nach dem anderen die Webseiten und wer ist dann wohl derjenige der als erstes um Hilfe gebeten wird ?

    Das Forum hier nicht, das bekommt nur einen kleinen Bruchteil von dem ab was die Hoster abbekommen.


    Wie auch immer :-) wir sind es seit Joomla 1.0 gewohnt, leben damit, und wenn J5 kommt erleben wir vielleicht ein Wunder oder es knallt wieder im Support :-)


    Gruß

    Micha

  • ach, ach ..... was tut sich denn da. Mir ist mal aufgefallen, dass Axel schon lange nicht mehr hier im Forum war.

    Machte mir schon Sorgen. Und dann auf einmal siehe: Titel. Echt erschrocken .....


    OT: Aus pers. Gründen (Hochwasser, Feuerwehr, Aufräumarbeiten etc.) war/bin ich da oder dort bisschen hinten nach. Zurzeit knabbere ich an einem PR, wo mir zero24 behilflich ist und zusätzlich noch Hoster-Probleme.


    Wenn ich jetzt die vielen Beiträge zitieren & was dazu plauschen würde, wären das Kilometer :-)

    Mache es daher kurz: Viele Supporter, haben mir schon viel geholfen, viele sind oben zu sehen ... wenn ich nicht weiter wusste. Geb auch zu, dass ich Bammel vor den Erweiterungs-Migrationen habe.


    Zu dies und das, sei es Frontend oder Backend teste ich ja auch auf Github - lerne dazu - gab/gibt es auch Hoppalas "huch wo muss ich hin, um das actual result zu bekommen?" gibt es auch da Hilfestellungen von Euch.

    Manchmal verwechsle ich halt das Joomla 3 mit dem Joomla 4 Backend & bin an verkehrten Klickwegen:-)


    Lehnen wir uns ein wenig zurück - schnaufen mal durch - bewundern doch dieses schöne Template von drmenzelit - & genießen diese wunderbaren Bilder. https://j4.dr-menzel-it.de/


    Liebe Grüße

    Christine

  • Schade, dass wir in dieser Welt immer nur fordern.

    Die Systeme müssen einfach und intuitiv zu bedienen sein sollen gleichzeitig aber komlpexe Darstellungen ermöglichen.

    Der Code soll aktuell und sicher sein. Wenn er geändert werden muss, um dies zu erhalten darf sich aber nichts ändern schon gar nicht in der Optik.

    Ist wie mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Ich bin dafür aber bitte kein Windrad vor der Haustür.

    Jedem, der sich ein bisschen mit seinem System beschäftigt hat, musste klar sein, dass zum Start von J4 nicht alle Extensions etc. funktionieren. Es was daher klar, dass man das Update erst testet und man hat dafür auch genug Zeit.

    Aber scheinbar muss immer alles schnell gehen und schuld sind immer die anderen.

  • Jedem, der sich ein bisschen mit seinem System beschäftigt hat, musste klar sein, dass zum Start von J4 nicht alle Extensions etc. funktionieren. Es was daher klar, dass man das Update erst testet und man hat dafür auch genug Zeit.

    Aber scheinbar muss immer alles schnell gehen und schuld sind immer die anderen.

    Schuld oder nicht Schuld ist hier nicht Frage.
    Jeder Webdesigner/Webmaster/EDVler der sich auskennt weiss das man nicht sofort updated, wenn Joomla eine neue Version rausbringt. Erzählt das aber mal einem Normalo-Kunden, also dem Bäcker von nebenan, dem Frisörmeister, dem Lehrer usw. Das sind keine EDV-Profis die sich monatelang mit Betaversionen beschäftigen. Da kommt ein Update und der mittlerweile aufgeklärte User hat gelernt: Man muss schnell updaten. Wird ja überall gesagt. Das soll sicher sein. Und schon ist es passiert.... Nix geht mehr, Kunde ist genervt.

    Im Ernst, das ist definitiv ein typisches Joomla-Problem. Also nicht nur, aber viel häufiger als bei anderen CMS.
    DAS ist das was mich am meisten stört - nicht nur weil ich als Hoster damit täglich konfrontiert werde.

  • einem Normalo-Kunden, also dem Bäcker von nebenan, dem Frisörmeister, dem Lehrer usw.

    Diesen würde ich raten einen EDVler zur Pflege ihrer Webseite zu beauftragen.

    Hinter aktuellen CMS-Systemen steckt halt doch mehr, als Wix, Jimdoo & co leider den Leuten glauben machen...

  • @Christiane:
    Kann ich Dir nicht sagen. Ich bin kein Programmierer.

    Ich weiss das man das nicht perfekt lösen kann, aber ich denke es geht deutlich besser, wenn dieser Punkt mehr Aufmerksamkeit bekommen würde. Bei anderen CMS gehts doch auch.


    Elfangor93:
    Ja ich auch.
    Sag das den vielen tyischen Seitenbetreibern.
    Und bitte kein "dann ist man selbst Schuld...".
    Fast alle CMS suggierien einen kinderleichten Umgang. Das dies in der Praxis anderes aussieht weiss ich und weisst Du sicher auch. Andere aber nicht. Und wenn das CMS dann einen Update-Button anbietet, was meinst Du was 95% aller Normaluser dann machen, wenn sie das sehen?



    Vielleicht wäre eine integrierte Backuproutine sinnvoll?
    Vielleicht eine Art Simulationsmodus.
    Ich bin wie gesagt kein Programmierer.... aber ich bin mir sicher das das besser sein könnte.

  • wenn das CMS dann einen Update-Button anbietet, was meinst Du was 95% aller Normaluser dann machen, wenn sie das sehen?

    Aber für Joomla 4 ist kein einfacher Button zum Anklicken, es läuft erst ein Checker, der dir anzeigt was nicht kompatibel sein kann und dann muss man noch eine Checkbox anklicken, dass man ein Backup gemacht hat und man weiter machen will... ich verstehe es nicht, warum alle das einfach ignorieren... liegt wahrscheinlich an den ganzen Cookie Banner, die man jeden Tag einfach wegklickt ohne zu lesen...

  • Auf der anderen Seite gibt Joomla 3 schon ein paar Jährchen. Die meisten Probleme wurden schon gefühlte 1000x diskutiert und die Lösung immer und immer wieder erneut für jeden neuen oder auch älteren Joomla-User niedergeschrieben.


    Auch du gehörst zu den sehr geschätzten Kollegen*Innen hier, aber meinst du nicht auch, dass du gerade versuchst dir etwas schön zu reden?

    Jan hat völlig Recht: ich bin jetzt ca. vier Tage hier im Forum ein wenig unterwegs und was hier innert eines Tages an Fragen rein kommt, war früher im Joomlaforum binnen einer Stunde da. Egal wie alt und lange die Version auf dem Markt war!


    Zitat

    Bzgl. des Upgrades:

    Vielleicht müsste man noch deutlicher vor den "Gefahren" des Upgrades warnen und auf die Möglichkeit hinweisen, dass man Joomla 3.10 noch eine Weile ohne Probleme nutzen kann.

    Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst oder?

    Eine verkackte Migration ist auf dem Markt. Wem willst du jetzt wie warnen?

    Die Joomla-Entwickler haben hier einfach ganz gewaltigen Mist gebaut, dem das System nachhaltig schädigen wird!



    Wenn ich jetzt Posts wie diese hier "sehr enttäuscht von Joomla 4" und ähnliche Kommentare in Facebook und Twitter lese, dann frage ich mich, warum ich so viel Zeit in das Projekt investiere...

    die Frage ist nicht, warum du soviel Zeit investierst, sondern warum die Entwickler seit Jahren die Augen schließen und am Anwender vorbei entwickeln?!


    Ich komme ursprünglich aus der professionellen Software-Entwicklung. Und keine Software kannst du längerfristig und gewinnbringend am Markt positionieren, die Endverbraucher-Wünsche und -Bedürfnisse ignoriert. Und dabei ist die Frage nach dem Zielpublikum und der Masse egal!


    Zitat

    weil ich es nutze und weiß, dass ich tolle Seiten für meine Kunden erstellen kann. Neue Projekte, die keine große Erweiterungen benötigen, werde ich gleich mit Joomla 4 machen. Für meine Bestandskunden werde ich mir einen Zeitplan zurecht legen, wir haben noch 2 Jahre Zeit um Erweiterungen und Templates anzupassen.


    Ja. Du kannst das. Denn du weißt, wo J4 tauglich ist und wo nicht. Ich selber, wie bereits geschrieben, bin nur noch am Rande in Joomla unterwegs, habe bereits erhebliche Probleme, weil ich schon lange diesen Überblick nicht mehr habe. Das bisschen updaten und ab und an mal etwas CSS braucht keinen großen Überblick. Davon ab werde ich allein aus Altersgründen meine paar wenigen Kunden demnächst abgeben. Bleiben also meine eigenen Projekte - und wenn da was schiefläuft.... Nächstes Jahr bekomme ich offiziell Rente. Vielleicht wird es generell Zeit abzutreten...


    Aber ich komme vom Thema ab. Tschuldigung. Ich werde alt und gerate manchmal ins Schwafeln...


    Du kannst das, weil du das System in- und auswendig kennst. Aber ein normal sterblicher Anwender weiß nicht, wann er was wie benutzen kann. Und der weiß eben auch nicht, dass man eventuell noch ein paar Monate warten sollte, bis J4 rund läuft und die allermeisten Erweiterungen upgedatet wurden.


    Und genau dort liegt das Problem!

    muss sich definitiv das Mindset ändern, nicht: "Was kann Joomla! für mich machen?" sondern "Was kann ich für Joomla! machen?".

    :?: Joomla ist ein CMS, welches für Anwender programmiert wurde, die sowas brauchen.

    Joomla ist kein Experimentierkasten für interessierte Entwickler und Supporter, die mal was ausprobieren möchten und bereit sind, ihre Zeit für die Weiterentwicklung zu investieren.

    All das wurde in den Alpha- und Beata-Releases gemacht. Jetzt haben wir eine Stable!

    Ich benutze Joomla, weil ich es für die Inhalte meiner Werbseiten brauche. Entweder kann Joomla was für mich tun oder ich muss das System wechseln!


    Ich finde das auch alles toll, was du schreibst. Und wenn das am Ende alles auch so funktioniert, wäre das wirklich super!

    Aber eine winzige Kleinigkeit: das mit dem Workflow habe ich zuvor gelesen und finde die Idee wirklich interessant, weil mit diesem Feature Joomla auch in direkter Konkurrenz zu Typo 3 gehen könnte. Jedoch: trotz intensiver Suche haben weder ich, noch das ct-Magazin diesen angekündigten Workflow gefunden. Vermutlich ein "secret hidden"...


    Vielleicht habe ich ihn einfach nur übersehen (im Zweifelsfall hat das Alter daran schuld), aber warum ist das nicht sauber erkennbar? Warum kann man das leicht übersehen? Oder ist es vielleicht auch einfach (noch) nicht integriert?


    Ich halte mich für einen erfahrenen Anwender in Joomla - und dennoch bin ich nicht in der Lage Joomla zu migrieren. Das hat nichts mit den Erweiterungen zu tun. Klar müssen die Entwickler dort erst nachkommen. Schließlich weiß man ja auch erst seit vier Tagen, dass es nun J4 gibt - oder ist es so, wie Jan schreibt: Das die ganzen Alphas und Betas sich ohnehin ständig änderten und nur was für wirklich eingefleischte "Mitentwickler" waren?


    Was man auch hätte machen können: eine fertige Stable den Entwicklern der Erweiterungen vor Release zur Verfügung stellen können. Insbesondere den großen Entwicklern!


    Ich kann nicht migrieren, aber es läuft ein frisch installiertes J4 auf einer Subdomain. Somit sind meine Voraussetzungen erfüllt.

    Zum Spaß habe ich den Community Builder mal installiert. Installieren ließ er sich, aber starten wollte er nicht. Das ist natürlich kein Problem von J4 oder zumindest nicht von deren Entwicklern - aber wenn ich schon solche Probleme habe, wie mag das dann erst bei Menschen sein, die einfach Lust auf ein cooles CMS haben? Wobei der CB noch höhere Systemanforderungen hat als J4...


    Ein Trugschluss, wenn "wir" uns hinstellen und mehr oder weniger verzweifelt die ganzen Vorteile von J4 aufzählen. Entscheidend ist wie die Masse darauf reagiert. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass davon ein großer Teil abspringt.


    siehe dazu auch die Beiträge von flotte und @Schwarzkünstler


    Und was die viel gepriesene Barrierefreiheit anbelangt: Ich weiß ungefähr, was da für ein Aufwand dahintersteckt, wenn man das wirklich alles nach WAI-ARIA anpasst. Und Christiane hat mir erzählt, dass es wohl nur einen Programmierer im Joomla-Entwicklerteam gab, der da wirklich Plan von hat - neben Christiane. Wenn das wirklich umgesetzt wurde, dann ist das eine wirklich großartige Sache!

    Dennoch: eine Kleinigkeit eigentlich - zur Barrierefreiheit (barrierearm) gehören auch zwingend Menü-Tastencodes. Ich habe vor einigen Jahren mal einen Override dazu gemacht. Der wird vermutlich nicht mehr funktionieren Aber ich weiß noch, dass sogar ich, mit meinen spärlichen PHP-Kenntnissen, das hinbekommen hatte. Somit stellt sich mir die Frage, wieso man in einem angeblich barrierefreien System sowas nicht drin hat? Denn damit ist es nicht mehr barrierefrei! Oder zumindest nur eingeschränkt!


    Zur Barrierefreiheit gehören auch:

    Nachvollziehbare Struktur: Die Nutzer sollten immer wissen, an welchem Punkt der Website sie sich befinden.

    Quelle: https://www.ionos.de/digitalgu…ng/barrierefreie-website/


    Da gäbe es noch eine ganze Reihe weiterer Punkte. Ich lasse es aber hier mal so stehen.


    Also mal wieder Pfusch! Und das, mit Verlaub, muss man den Entwicklern wirklich um die Ohren hauen!


    Entweder mache ich es barrierefrei oder eben nicht. Und das Backend ist nicht(!) barrierefrei.



    muss sich offen und ohne Groll mit der Frage auseinander setzen, ob Joomla das richtige System ist. Die Energie in die Beschäftigung mit dieser Frage ist vermutlich produktiver investiert, als in endlose, fruchtlose Diskussionen hier in diesem Forum.

    Im Grunde genommen mache ich das doch. Ich stelle die Frage, ob Joomla überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat. Ich setze mich also - wie von dir gefordert - mit dieser Frage auseinander. Das aber nicht alleiin in meinem stillen Kämmerlein. Tatsächlich auch ohne Groll. Enttäuschung ist ja nicht Wut. Und das sie nicht fruchtlos ist, zeigt doch auch die enorme Resonanz. Ich finde, hier sind schon jede Menge interessanter Aspekte angesprochen worden. Auch gerade in diesem Beitrag von dir zur Ausrichtung von Joomla!

    Richtig: sie werden dafür bezahlt.

    Das war schon einmal anders. Ich erinnere mich, das eBay mal zu den Bezahlern gehörte vor einigen Jahren.


    Wenn ich dich richtig verstehe, Sniper Sister, dann sagst du, dass du gern in Kauf nimmst, dass weitere Anwender abspringen, weil Joomla sich weiter in Richtung einer Nische spezialisiert. Oder verstehe ich das falsch?


    Da ich's gerade nochmal gelesen habe: Die Aussage, dass das nicht geht, ist schlicht und einfach falsch. Eine Kategorie "Joomla-Tutorials" anlegen, 3 Tags (2.5, 3, 4) anlegen, Beiträge zuweisen und last but not Least 3 Menüeinträge als Kategorieblog für die Kategorie anlegen, die sich dann nach Tag filtern lassen -> zack fertig.

    Das probiere ich gleich mal aus.... Danke für den Tipp! :)



    (Das Forum sagt, dass ich zu viel geschrieben habe...)

  • (Teil 2 - weil es mehr als 10.000 Zeichen waren....)


    Zitat von firstlady

    Es sind Teilnehmer aus mambo-Zeiten, die hier enttäuscht sind und jammern.

    Im ganzen Thread hier ist nicht ein einziger, der der alten Mambo-Zeit hinterhertrauert. Aber einige, die schreiben, dass sie seit damals schon dabei sind. ;)

    Ich trauere mitnichten den alten Zeiten hinterher. Mambo war cool! Aber auch weil es in der Art neu war und Dinge ermöglichte, die entweder damals sehr teuer oder schlicht nicht möglich waren, ermöglichte. Das erste massentaugliche CMS, das mehr konnte, als es versprach ;)

    Zumindest habe ich es so in Erinnerung.


    Es geht im Wesentlichen um die katastrophalen Migrationsbedingungen. Die haben meiner Erinnerung nach nur einmal wirklich beinahe perfekt funktioniert: und zwar von 2.5 auf 3.

    Allerdings auch nur, wenn man zeitig mitgesprungen ist, denn danach wurde es wieder schwieriger. Damals hatte ich bei meiner time4joomla-Site zu lange gewartet und dann jede Menge Zeit, Schweiß und Eiertänze investieren müssen.

    Es mag dem Jan egal sein, leider ist es sehr vielen egal, aber es wird immer wichtiger.


    Dem Jan sei gesagt, dass es "nur" ca. 11,7% sind, die das betrifft (stand 2009). Ob jeder davon einen Internetzugang hat, ist unbekannt. Inzwischen dürften es vermutlich ein paar mehr sein. Diese kleine Prozentzahl in konkreten Zahlen entspricht ca. 9,6 Millionen Menschen. Und das ist eine Zahl, die Sinn macht zu berücksichtigen. Und Christiane hat Recht, der blinde Kollege hatte damals kaum eine Chance im Joomla-Backend!


    Allerdings - und das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen - mein Vortrag damals war zu ... 1.6, 1.7 oder 2.5 - das weiß ich tatsächlich nicht mehr so genau. Es war aber der Joomladay 2011 in Hamburg. Bei den Zuhörern saß auch ein Joomla-Qualitätssicherungs-Entwickler, der sehr betroffen war und meinte, dass das sofort geändert werden muss!

    Dieses "sofort" dauerte nun 10 Jahre...


    Zitat von lui_brempt

    aber nichts ändern schon gar nicht in der Optik.

    Es geht nicht um die Optik - es geht um die Bedienbarkeit. Um die Usability.


    Zitat

    Jedem, der sich ein bisschen mit seinem System beschäftigt hat,


    Du beschäftigst dich damit. Ich auch, wenn auch vermutlich weniger als du. Aber der normalsterbliche Anwender vertraut einem System, das einem sagt, das es eine neue Version gibt. Warum sollte der sich jetzt erst damit beschäftigen? Die Entwickler jedoch müssen sich exakt mit dieser Frage beschäftigen!


    Zitat von Elfangor93

    Diesen würde ich raten einen EDVler zur Pflege ihrer Webseite zu beauftragen.

    Eine einzige konkrete Tatsache: einer meiner Kunden hatte 80% seines Umsatzes im chinesischen Markt. Seit Corona ist der fast komplett weggebrochen. Der hat mir ganz klar gesagt, dass ich so lange als möglich auf die Migration verzichten soll, da im Moment einfach kein Geld da ist. Und dieser eine Fall ist keine Ausnahme!



    christine2

    ich habe ab und an mal mitgelesen. Natürlich hatte ich immer mal Probleme mit Joomla und bin dann in erster Linie in diesem Forum fündig geworden und konnte die Probleme lösen. Aber das Interesse an der Supporterei ist einfach nicht mehr so hoch. Außerdem gibts ja immer noch das Seblod-Forum auf meinen Seiten. Wo übrigens die Resonanz auch sehr stark eingebrochen ist. Das deckt sich also mit flotte und @Schwarzkünstler Erfahrungen.

    Und dann haben sich meine Prioritäten verschoben. Ich bin halt mehr bei Microsoft und Office unterwegs und unterrichte VBA. Mit PHP habe ich seit Jahren nichts mehr gemacht. Ich vergesse allmählich sogar die CSS-Befehle. Immer häufiger, dass ich da nachschauen muss. :D


    So ganz am Rande: es ist mittlerweile auch unmöglich einen Verlag zu finden, der Lust hat ein Joomlabuch herauszubringen. Abgesehen von den zwei, die das in der Vergangenheit taten und an ihren Autoren festhalten (was ich gut finde).


    Zitat von Pest

    Und dann stellen wir uns hier ernsthaft hin und sagen: "Ist halt so, dafür gibt es tolle Hidden Secrets die ihr entdecken könnt".

    evilgrin - Danke, humorvoll sarkastisch auf den Punkt gebracht!

  • Aber für Joomla 4 ist kein einfacher Button zum Anklicken, es läuft erst ein Checker, der dir anzeigt was nicht kompatibel sein kann und dann muss man noch eine Checkbox anklicken, dass man ein Backup gemacht hat und man weiter machen will.

    Moin,

    muss hier mal nachhaken (ggf. verschieben):


    Wenn ich bereits Joomla 4 habe, und es ein Update gibt (wie bei 4RC6 auf 4.0), dann erscheint die Checkbox:



    Wenn ich aber von 3.10. auf 4 Update, kommt nur der Hinweis oben, wie bei jedem Update.

    Allerdings erscheint dort keine Checkbox für das Backup,

    auch nicht bei der Versionsprüfung. Test durchgeführt mit Xampp lokal:



    Vielleicht habe ich auch irgendwo etwas übersehen ..............

  • Nein Elwood, du hast nichts übersehen. Gut das es Backups gibt.

  • Auch ich habe nach dem 3.10 Update sofort 4.0 angeboten bekommen, da es das von ReLater beschriebene Problem der UpdateServer Einstellungen gibt, gab. Das konnte aber vorher nicht getestet bzw erkannt werden. Da helfen auch keine Vorwürfe.

    Das Kind ist da tatsächlich in den Brunnen gefallen.

    Zeigt aber um so mehr, wie wichtig Hinweise auf Backups sind.

  • Wenn ich dich richtig verstehe, Sniper Sister, dann sagst du, dass du gern in Kauf nimmst, dass weitere Anwender abspringen, weil Joomla sich weiter in Richtung einer Nische spezialisiert. Oder verstehe ich das falsch?

    Die Frage hat zwei Antworten:


    Ich habe über die Jahre viele Freunde in der Joomla Community gefunden und einige davon haben sich direkt (Agentur mit Fokus „Massenmarkt-Seiten“) oder indirekt (Extension Entwickler, Hoster etc) auf den Massenmarkt konzentriert. Diese Kolleg*innen ziehen für sich die logische Konsequenz und wandern ab, was wirtschaftlich ihr überleben sichert, persönlich aber oftmals einen Verlust bedeutet, weil man sich aus den Augen verliert.


    Fachlich hingegen glaube ich dass ein klarer Fokus auf eine Nische Joomlas einzige Chance ist - und je klarer das kommuniziert wird desto besser, denn es erlaubt die Fokussierung der sehr begrenzten Ressourcen, bereinigt den Markt und führt im Optimalfall dazu, dass sich Joomlas Ruf von „Sterbend bei der Masse“ zu „Etabliert in der Nische“ verändert.


    Ich sehe die Entwicklung also mit einem lachenenden und einen weinenden Auge - halte sie aber für unumgänglich für Joomlas Zukunft.