Beiträge von SniperSister

    Entwickler lassen sich über das gesammelte Geld der Community auch für Sachen motivieren, welche sie "unbezahl" vielleicht nicht realisiert hätten


    Die Idee treibt mich auch schon länger um. Vielleicht sogar ergänzt durch so eine Art „Supporters Club“, in dem Unternehmen regelmäßig einzahlen und dafür dann in einem Voting abgestimmt wird, wie diese Mittel verwendet werden.

    Man kann sich als Entwickler aber auch mal hinsetzen und die Community fragen, was sie wirklich will - und dann für den Markt entwickeln.


    Und hier schließt sich ein Kreis (deswegen wird's hier wohl auch mein letzter Post): JA, du hast völlig Recht, Joomla muss für "den Markt" entwickelt werden - wir beide haben dabei aber völlig verschiedene Märkte im Auge und wenn du hier noch 10 andere fragst, wirst du noch 11 Meinungen hören.


    Die Kunst ist also, sich für den richtigen Markt zu entscheiden und genau abzuwägen, wo das Projekt genügend "Marktlücke" und Ressourcen sieht, um langfristig erfolgreich zu sein. Die technischen Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit gebe eine gewisse Marschrichtung vor - eine klar kommunizierte Positionierung fehlt mir persönlich aber noch immer. Ich hoffe sie kommt :)

    der zentrale Webauftritt FAU der zweitgrößten bayerischen Universität und zehntgrößten Universität Deutschlands mit WordPress verwaltet wird" und vor allem wie das eingerichtet wurde.


    Spannender Use-Case, wenn ich das richtig sehe aber mit einem interessanten Unterschied zu Konzern-Kontexten wie ich sie kennengelernt habe:


    > Unter diesen Bedingungen haben klassische Ansätze zur Zwangseinführung eines zentralen CMS und der Verordnung eines einheitlichen Corporate Designs in der Praxis nur geringe Chancen, sich durchzusetzen.


    Ich erlebe es im Konzern-Kontext oft, dass es eben um genau dieses zentrale CMS mit klaren Vorgaben, Freigabeworkflows, Berechtigungsstrukturen und co geht - die FAU scheint hier eher viele kleinere Auftritte umzusetzen.

    Dein ständiges Bashing gegen WordPress, hast du oder hat Joomla! das wirklich nötig?


    Habe mir gerade nochmal meine Beiträge hier durchgelesen. Die einzige fachliche Wertung bezog sich auf die Code-Qualität:

    WordPress Core Code ist nämlich insbesondere auf PHP-Seite ein ziemlich veralteter, fieser Rotz, den heute niemand mehr in dieser Form produzieren würde. Weil man sich aber auf den Massenmarkt fokussiert und daher keine großen Technologiesprünge gehen (Stichwort "Migrationsgejammer"), muss dieser riesige Haufen tote Katzenbabies irgendwie weiter gepflegt werden

    Und zu der Einschätzung stehe ich.

    Versteh mich nicht falsch: ich verstehe warum das so ist und halte es im WP-Kontext und mit Blick auf die Zielgruppe für die richtige Entscheidung - der Umstand dass es eine bewusste Entscheidung ist, macht den Code aber nicht moderner :)


    Wer denkt, WordPress wäre nur für kleine Websites geeignet

    Es geht für mich nicht um die Frage, was man mit genügend Extensions, Zeitaufwand und Expertise so alles mit einem CMS realisieren kann - denn wenn ich will, bekomme ich auch einen Fiat 500 in die Erdumlaufbahn.

    Die Frage ist doch eher, was die Zielgruppe und der "Ideal-Usecase" ist. Ich kann mit TYPO3 einen Koch-Blog betreiben oder mit WordPress eine Konzernwebsite - in beiden Fällen ist das System aber wohl nicht die optimale Wahl.

    Darum geht es hier ja letztlich: was ist der Ideal-Usecase und somit die Zielgruppe von Joomla? Will man WP konkurrenz machen? Dann passt die aktuelle Strategie hinten und vorne nicht. Oder konzentriert man sich auf einen anderen Bereich und differenziert sich hier z.B. über moderneren Code?

    Das ist aber kein Joomla-Problem sondern ein Problem unserer Gesellschaft.

    Völlig korrekt - der ein oder andere hier übersieht aber offenbar, dass dieses gesellschaftliche Problem im Joomla Umfeld besonders stark zuschlägt, weil Anerkennung und Dank die einzigen Motivatoren sind, die wir bieten können. WP, Drupal, TYPO und co haben allesamt nennenswerte Anteile an bezahlten Entwicklern, bei denen die Bezahlung als Motivation hinzu kommt und die zudem dadurch auch planbare Ressourcen haben. Vergleiche á la "WP schafft das ja auch" hinken daher ein Stück weit.

    Es ist einige Jahre her, aber ich habe Software entwickelt, war sogar teilweise Projektleiter, über mehrere B to B-Anwendungen, wo es um ein Auftragsvolumen von 1 Million Euro ging.

    Wunderbar, dann bist du ja quasi Experte! Wie löst du denn aus PM-Sicht die genannten Problematik?

    Du hast eine Software mit Qualtitätsprobleme, aber zu wenig Ressourcen im Testing. Du hast kein Budget um Leute einzustellen und keine Verfügungsgewalt, um Leute von der Entwicklung ins Testing zu "versetzen". Außerdem können deine Mitarbeiter so viel oder wenig Arbeiten wie sie gerade Lust haben.

    Wie sieht unter diesen Rahmenbedingungen deine Strategie aus?

    Glaube mir, den Entwicklern ist das sch*** egal.


    Das halte ich für eine Fehleinschätzung.

    Ich bilde mir ein, einen relativ guten und engen Draht zu vielen aktiven und ehemaligen Core-Maintainern und Leuten in Leadership-Positionen zu haben.

    Du kannst dir nicht vorstellen, wieviele eigentlich unumgängliche Entscheidungen nicht getroffen werden, weil man einfach keinen Bock auf Angriffe und Anfeindungen hat - damit meine ich explizit nicht konstruktives Feedback ("die Qualitätssicherung bei den Migrationsprozessen muss verbessert werden, ich schlage hier die Testszenarien XYZ vor") sondern destruktive Ansagen wie:

    • "Ich komme einfach nicht auf die Idee, dass jemand sowas halb- und unfertiges rausgibt."
    • "Manchmal kommt es mir so vor, als wenn Joomla-Entwickler das System nur als persönliche Therapie und Egotrip betrachten."
    • "Also mal wieder Pfusch! Und das, mit Verlaub, muss man den Entwicklern wirklich um die Ohren hauen!"


    Wenn du deine wertvolle Freizeit in die Entwicklung steckst und danach das hier liest, hast du doch auch keinen Bock mehr?

    Ich muss nicht alles machen! Einige Sachen kann ich auch deutlich besser, als Software zu testen! Und dennoch habe ich das Recht etwas zu kritisieren und - auch hinterher - anzuprangern!


    Natürlich hast du das Recht das „anzuprangern“ - aber:

    1. Macht wie so oft der Ton die Musik - und da find ich schon allein die Idee des “Anprangerns“ schwierig.

    2. Muss dein Anprangern nicht unkommentiert und unwidersprochen bleiben


    Ist genauso wie mit der Meinungsfreiheit im realen Leben: sie bedeutet nicht, dass man einen Anspruch auf Widerspruchslosigkeit hat.


    Wenn hier nun festgestellt wird, das im Vorfeld zu wenige Joomla getestet haben, dann muss doch mal gefragt werden, warum das so ist und nicht die lapidaren Sätze, "gib was zurück" ins Feld geschmissen werden!

    Ironischerweise ist es nicht zuletzt der Umgangston in der Community, durch den der Core viele wertvolle Contributor*innen verloren hat. Wir erinnern uns: alle Entwickler*innen sind Ehrenamtler, werden also bestenfalls durch Anerkennung und Dank “bezahlt”. Das kollidiert massiv mit der Erwartungshaltung, die viele Nutzer*innen an den Tag legen.


    Es ist eine schwierige Gratwanderung: einerseits braucht man Feedback, um das System sinnvoll weiter zu entwickeln, andererseits sorgt manchmal genau dieses (dann oft unkonstruktive) Feedback dafür, das Entwickler*innen mit einem mehr oder weniger Lautstarken „ach leckt mich doch, macht es halt besser“ aussteigen.

    OK das "faseln" hast Du entfernt. Danke.

    Nicht dafür. War unangebracht, hatte es direkt nach dem Posten verändert, weil es die inhaltlich ja berechtigte Kritik entwertet hat.


    Nicht zuletzt hat es von einem Versuch der Erklärung abgelenkt: das Projekt hat ein massives Ressourcenproblem, weil das Verhältnis von Contributorn zu reinen Usern nicht stimmt.


    Ich gelobe Besserung und versuche mich bei den letzten zwei/drei RC-Versionen besser zu beteiligen, brauche aber mehr Zeit. Mir geht es vor allen Dingen um die Migration/Updates.


    DAS ist schon jetzt mein absolutes Highlight in diesem Thread und ein echtes, konstruktives Ergebnis. Wenn ich dir irgendwie helfen oder Rückfragen beantworten kannst du dich jederzeit melden! :)

    In meinen Augen sind das Bugs die problemlos vermeidbar gewesen wären. Wohl germerkt, das ist hier eine stabe-Version!

    Bugs vor der Stable zu finden setzt voraus, dass sich eine nennenswerte Anzahl an Community Mitgliedern am Testing beteiligen - das hilft dann insbesondere bei Konstellationen, die nicht durch Tests der Entwickler abgedeckt sind, also z.b. bei Seiten mit längerer Migrationshistorie.

    Die Realität ist da aber, dass es hier kaum Beteiligung gibt sondern stattdessen nach dem Release diskutiert wird, dass sowas ja nicht passieren dürfte.

    Wenn ich dich richtig verstehe, Sniper Sister, dann sagst du, dass du gern in Kauf nimmst, dass weitere Anwender abspringen, weil Joomla sich weiter in Richtung einer Nische spezialisiert. Oder verstehe ich das falsch?

    Die Frage hat zwei Antworten:


    Ich habe über die Jahre viele Freunde in der Joomla Community gefunden und einige davon haben sich direkt (Agentur mit Fokus „Massenmarkt-Seiten“) oder indirekt (Extension Entwickler, Hoster etc) auf den Massenmarkt konzentriert. Diese Kolleg*innen ziehen für sich die logische Konsequenz und wandern ab, was wirtschaftlich ihr überleben sichert, persönlich aber oftmals einen Verlust bedeutet, weil man sich aus den Augen verliert.


    Fachlich hingegen glaube ich dass ein klarer Fokus auf eine Nische Joomlas einzige Chance ist - und je klarer das kommuniziert wird desto besser, denn es erlaubt die Fokussierung der sehr begrenzten Ressourcen, bereinigt den Markt und führt im Optimalfall dazu, dass sich Joomlas Ruf von „Sterbend bei der Masse“ zu „Etabliert in der Nische“ verändert.


    Ich sehe die Entwicklung also mit einem lachenenden und einen weinenden Auge - halte sie aber für unumgänglich für Joomlas Zukunft.

    Einen Blog für Tutorials zur J2.5 und den gleichen Beitrag, der immer noch gültig ist, im Blog zu J3x und vermutlich demnächst zu J4. Das geht nicht mit den Tags!


    Da ich's gerade nochmal gelesen habe: Die Aussage, dass das nicht geht, ist schlicht und einfach falsch. Eine Kategorie "Joomla-Tutorials" anlegen, 3 Tags (2.5, 3, 4) anlegen, Beiträge zuweisen und last but not Least 3 Menüeinträge als Kategorieblog für die Kategorie anlegen, die sich dann nach Tag filtern lassen -> zack fertig.

    Sei einfach mal fünf Minuten ehrlich zu Dir

    Ok, dann sind wir doch mal fünf Minuten ehrlich miteinander:


    Hier wird der "guten alten Zeit" hinterher gejammert, als Joomla noch nennenswerte Verbreitung im Massenmarkt hatte. Was zeichnet diesen Markt aus? Es sind Seiten mit oftmals überschaubarer Komplexität, die möglichst günstig realisiert werden sollen. Technische Aspekte wie wartbarer Code, Barrierefreiheit, Skalierbarkeit und co - kurz die technische "Sexyness" spielen für diese Seiten überhaupt keine Rolle. Es muss einfach nur laufen und der Endnutzer muss in der Lage sein, möglichst trivial Inhalte einzufügen. Kernelement, damit das überhaupt geht, ist ein möglichst großes Ökosystem an Extensions, damit man sich Anforderungen einfach durch drölfzig zusammengeklickte Extensions aus dem Regal lösen kann. Ohne Ökosystem ist der Massenmarkt nicht bespielbar.

    .

    Wirtschaftlich ist dieser Markt in einem enormen Konkurrenzdruck. Es wird zu teils abstrusen Stundensätzen gearbeitet und an der nächsten Straßenecke stehen drei Studenten die deine Sätze noch unterbieten.


    Jetzt kommt die Wahrheit: Dieser Markt ist für Joomla unwiderruflich verloren. Er wird derzeit von WordPress dominiert – wobei WordPress den Druck der SAAS Site Builder wie WIX, Jimdo und co spürt, was dann z.B. unmittelbar zu Gutenberg als Reaktion geführt hat. Joomla ist im Vergleich zu diesen Systemen zu komplex, hat eine zu steile Lernkurve und ein zu kleines Ökosystem bei den Extensions - deswegen ist meine persönliche Wahrnehmung, dass viele tragende Personen im Joomla-Projekt die Strategie "Rückeroberung" schlicht aufgegeben haben und die Ressourcen lieber in die Fokussierung auf andere Marktsegmente konzentrieren wollen.


    Und jetzt kommt das Entscheidende: die Frage, ob das ein Problem ist oder nicht, hängt schlicht von der Perspektive ab. Ist der eigene Fokus der Massenmarkt, weil man sich z.B. mit Schulungen an Endkunden richtet oder im "normalen" Shared-Hosting Markt unterwegs ist, dann ist das selbstredend ein Problem. Gleiches gilt auch, wenn man als Agentur/Freelancer diesen Markt als Fokus hat oder gar im Extensions Business unterwegs ist. Wer diese Bereiche bespielt, muss sich offen und ohne Groll mit der Frage auseinander setzen, ob Joomla das richtige System ist. Die Energie in die Beschäftigung mit dieser Frage ist vermutlich produktiver investiert, als in endlose, fruchtlose Diskussionen hier in diesem Forum.

    Wer hingegen Projekte umsetzt, die sich über höhere Komplexität, spezifische technische Anforderungen, einen Bedarf an Individualentwicklungen o.Ä. definieren, wird keine Träne vergießen, wenn Joomla sich hier klarer auf dieses Segment spezialisiert. Die Projekte in diesem Bereich sind in der Regel deutlich umfangreicher, lukrativer und der Konkurrenz- und vor allem Preiskampf ist ungleich kleiner. Wer diesen Bereich bereits bespielt kommt mit Joomla in meiner Wahrnehmung hervorragend klar.


    Last but not least noch ein weiterer Gedanke hierzu:

    Ist euch klar, warum Core-Entwickler an WordPress arbeiten? Richtig: sie werden dafür bezahlt. Von Automattic, von Google, von großen Agenturen mit teils mehreren hundert Mitarbeitern. Es gibt nur eine verschwindend geringe Anzahl an regelmäßigen Core-Contributern, die als Freiwillige an WP arbeiten? Und wisst ihr warum: weil das aus Entwicklersicht wirklich überhaupt garkeinen Spaß macht. WordPress Core Code ist nämlich insbesondere auf PHP-Seite ein ziemlich veralteter, fieser Rotz, den heute niemand mehr in dieser Form produzieren würde. Weil man sich aber auf den Massenmarkt fokussiert und daher keine großen Technologiesprünge gehen (Stichwort "Migrationsgejammer"), muss dieser riesige Haufen tote Katzenbabies irgendwie weiter gepflegt werden - das macht man für Geld, aber bestimmt nicht weil es so hochgradig spaßig ist.

    Bei Joomla ist die Ausgangssituation völlig anders: jeder in diesem Projekt arbeitet freiwillig - das bedeutet man muss die Leute rekrutieren, motivieren und bei der Stange halten - und das geht nunmal nicht mit der Losung "bloß keine coolen Technologien, hier bleibt alles wie es ist" zusammen.

    Apropos Backend, warum muss man eine funktionierende Benutzerführung ändern, die hinterher schlecht ausschaut und noch schlechter funktioniert? Wo sollen überhaupt die Vorteile eines Joomla 4 liegen? Warum kann man die 3er nicht einfach nur gut pflegen und mit z.B. Bootstrap 5 nachrüsten? Egal, sind nur meine persönlichen Meinungen zu dem Thema.


    Die Joomla 3.x wird doch gepflegt? Wer zwingt einen Nutzer aktuell zur Migration? Oder anders (und ein bisschen böse) gefragt: warum das Gejammer über eine freiwillig getroffene Entscheidung?


    Zum Thema Bootstrap 5: da widersprichst du dir imho selbst. Eine Umstellung auf Bootstrap 5 wäre mit erheblichen Anpassungen und potenziellen Inkompatibilitäten bei Dritt-Extensions verbunden und würde somit witzigerweise genau die Probleme provozieren, die Leute jetzt mit der Migration haben.


    Technische Komponenten aktualisieren oder alles beim Alten lassen. Den Kuchen behalten oder essen. Man muss sich entscheiden, denn beides zusammen geht nunmal nicht.
    Die einzige Frage ist, wie progressiv man technische Aktualisierungen voran treibt. Joomla bewegt sich hier im CMS-Umfeld im "Mittelfeld", was ich durchaus charmant finde.

    Eigentlich würde ich mir wünschen, dass das Security Strike Team bei solchen Dingen entschlossener auftritt mit einem Statement und klar sagt, was Sache ist. Und nicht nur à la 'In response to questions from The Daily Swig'. Ich habe von dieser Sache auch andernorts gelesen, ohne ein Statement vom JSST


    Dazu mal ein Statement vom JSST ;)


    Wir wussten vorab, dass der Blog Post kommen würde, haben uns aber erstmal bewusst dagegen entschieden, ein eigenes offizielles Statement rauszugeben - das würde dem entsprechenden Post der Forscher nämlich sehr viel Aufmerksamkeit bringen und macht die Sache viel größer als sie ist. Es ist auch hier, wie so vieles im Security-Bereich, ein Balance-Akt.

    Ich habe in der DACH Facebook-Gruppe ein paar Zeilen zur Lücke in deutsch geschrieben, ich re-poste das mal hier: