Die Zukunft von Joomla

  • Hallo allerseits,


    bei einer meiner wiederkehrenden Fragen "Welches CMS ist das beste/modernste/umfangreichste/...?" bin ich auf zwei Artikel gestoßen, die die These aufstellen, dass Joomla auf dem absteigenden Ast ist und in Vergessenheit gerät.


    Natürlich werden CMS gerne mal (gerade von Fanboys der anderen Parteien) schlecht geredet, aber mich würde zu dem Thema eure Meinung interessieren. Für mich als ein Neueinsteiger ist da der Verlauf und die Ausrichtung von Joomla nicht ganz so klar.


    Schöne Grüße :)

  • Hallo,
    ich sehe das nicht so negativ. Joomla hat eine sehr aktive Community und meiner Meinung nach eine gute Basis auf die man als Entwickler seine individuellen Erweiterungen gut aufsetzten kann.
    Magst du vielleicht den Link zu dem von dir erwähnten Artikel hier teilen. Dann könnte man hier auf die Argumente die dort angeführt sind genauer eingehen.

    Viele Grüße
    Astrid

  • Ein sehr schwieriges Thema, ich vergleiche das immer mit Autos. Alle bringen dich an ein Ziel, die Frage ist nur mit wieviel Komfort. Ich betreibe selber mehrere Joomla!-Seiten, seit vielen Jahren. Kenne Joomla! seit 1.5. Seit einiger Zeit, mich hat die Neugier getrieben, habe ich auch zwei WordPress-Seiten.Für mich persönlich ist dies Frage entschieden, aber ich empfehle sich selber eine Meinung zu machen. Einfach mal beides ausprobieren, oder auch eines der anderen CMS. Dann merkt man sehr schnell was einem persönlich besser liegt.

  • Poste den Link zum Artikel!


    Jedes System ist zeitweise mal, auch in der eigenen Community, "umstritten". Kommt darauf an, wie reagiert wird und ob man ein Überdenken hinbekommt, ob's weitergeht oder nicht.


    Joomla ist so lebendig wie die Nutzer-Community Joomla hält. Wüsste weder als Programmierer noch als Nutzer auf welches System ich sonst derzeit wechseln sollte und v.a. warum eigentlich. WORDPRESS habe ich gerade aus meinen Angeboten rausgenommen wegen grauenhaftem Pillepalle-Code und chaotischem Trial&Error-Erweiterungsverzeichnis neben weiteren schlechten Erfahrungen "hinter den Kulissen", Typo3 ist für den Normal-User viel zu "nerdig". Und Einrichtung von Profis kann/will sich kaum wer leisten. Weitere beschäftige ich mich gar nicht, da unnötig angesichts Joomla (wenn wer mit Anderem ankommt, mach ich halt).


    Und so überlastet wie die Joomla-Download-Server am letzten "Patchday" zeitweise waren, kann's nicht ganz vergessen sein ;-)


    Nachtrag: Und diese Vergleichstabellen sind seit je her nicht ernst zu nehmen. Was der eine als positiv betrachtet, weil er die Erfahrung hat, betrachtet ein Neuling ggf. als absolut undurchschaubar und tut sich viel leichter mit einem anderen, weil er in Foren fachkundigen Support bekommt... etc. pp.

  • Hallo chvken,
    was bezweckst du mit deinen wiederkehrenden Fragen? Willst du deine Agentur auf ein bestimmtes System ausrichten? In dem Fall bleib flexibel und beobachte den Markt.
    Du kannst du auf Joomla.org verfolgen welche Pläne es gibt. Wie sich die Zukunft gestaltet weiß ich nicht, ich bn ja kein Hellseher.
    Aber als persönliche Meinung: Für mich ist Joomla das beste CMS.


    P.S. Wie andere schon gefragt haben: Kannst du den Artikel bitte verlinken?

  • Für mich als ein Neueinsteiger ist da der Verlauf und die Ausrichtung von Joomla nicht ganz so klar.


    https://docs.joomla.org/index.…a_CMS_Development_Roadmap
    http://community.joomla.org/bl…-mexico-nov-5-6-2014.html

  • Ergänzend zu den Link von @Sieger66 noch: http://developer.joomla.org/ne…-jab-plt-summit-2015.html dort steht auch einiges zum Thema Joomla 4 und weiteres zu 3.5/3.6/3.7 ;)

  • Zunächst erstmal danke für die fleißige Beteiligung in diesem Topic. :) Sehr interessante Links dabei.


    firstlady : Mit der wiederkehrenden Frage versuche ich das für meine privaten Websites am besten geeignete CMS zu finden.


    Zum Artikel, der mich stutzig gemacht hat geht es hier: http://www.11media.net/wordpress-drupal-joomla unter dem Punkt "Joomla - eine Sackgasse?". Den Link zum 2. Artikel finde ich leider gerade nicht wieder, versuche ihn aber nachzureichen, wenn ich nicht mehr unterwegs bin.

  • Danke für den Link.

    Zitat

    Wir raten darum neuen Kunden von Jooma ab und schließen uns der großen Zahl von Entwicklern an, die Webseiten aus Joomla nach WordPress transferieren.


    Nunja, was erwartest du von einem Autor, der Joomla nicht kennt (habe ich den Eindruck) und sein Geld mit Umstellungen auf Wordpress verdienen will?

  • die die These aufstellen, dass Joomla auf dem absteigenden Ast ist und in Vergessenheit gerät.


    In Vergessenheit zu geraten kann dem besten CMS passieren. Vor 10 - 12 Jahren dachte ich auch, WOW! OsCommerce ist ein tolles Teil. War es auch. Es gab auch eine grosse Community und viele Online-Shops die damit augebaut wurden. Es war so quasi der erste Shop den man von A-Z ohne Programmierkentnisse aufsetzen und auch betreiben konnte. Geriet dann leider tatsächlich in "Vergessenheit". Was da genau geschehen ist kann ich nicht sagen, es wurde auf alle Fälle gründlich versemmelt. Version 3.0 ist seit gefühlten 9 Jahren im Development-Status.
    Notgedrunden setzte ich dann auf Magento und baute künftig Shops damit. Schwups wurde Magento von E-Bay augekauft und aus war es dann mit der Herrlichkeit eines open-source basierten Shops. Mal angenommen die Jungs bei Wordpress (oder Joomla...) würden grüne Äuglein bekommen und die ganzen Namensrechte usw an Herrn Zuckerberg oder an Jimdo vertickern? Die Community würde nur schon bei einen Gerücht wahrscheinlich wie eine Supernova auseianderbersten.
    Fazit: das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen.

  • Mit der wiederkehrenden Frage versuche ich das für meine privaten Websites am besten geeignete CMS zu finden.


    Ein Grund, warum ich die Frage nicht verstehe. Ginge es um ein Geschäftsmodell, könne ich es verstehen, aber eine "private" Webseite?
    Da ist es doch erst Recht sch...egal welches CMS verwendet wird, solange die Aussicht besteht, dass das CMS weiterentwickelt wird. Und die Aussichten sind bei allen aktuellen Opensource CMS momentan die selben. Sollte es eines der CMS in 5 Jahren nicht mehr geben, ist es auch egal, da die Technik so weit vortgeschritten ist, dass Du bis dahin eh wieder ein Relaunch machen musst. Vielleicht gibt es bis dahin ja auch keine klassische Webseite mehr, dann hat sich die Diskussion sowieso erledigt.


    Fazit: Verwende das CMS, mit dem Du am einfachsten an Dein Ziel kommst und achte darauf das es weiterentwickelt wird. Mehr brauchst Du nicht.

  • Ich glaube ganz gut beurteilen zu können, wie die einzelnen CMS ticken. Die gängigsten habe ich getestet und im Einzelfall für mich entscheiden können.


    Dabei muss ich ganz klar sagen, ist es - wie bereits genannt - wie beim Auto. Je nach dem, was ich machen möchte, hängt meine Entscheidung bei der Wahl des CMS. Die Details liegen dabei oft unter der Haube.


    Joomla ist für mich mit das intuitivste CMS. Und ich glaube, gerade in der Einfachheit ist es besonders stark. Die insbesondere deutsch-sprachige Community ist wohl ein weiterer Plus-Punkt. Auch im Bezug auf die ganzen 3rd-Party-Applications.


    Ob nun WP, Drupal, Typo3 oder Joomla.. oder wie sie alle heißen mögen: Jedes hat für sich selbst seine Position zu vertreten. Und je klarer sie sich voneinander abgrenzen können, desto eher die Wahrscheinlichkeit, das keines der genannten Systeme jemals in Vergessenheit gerät, bzw. seinen Zweck verliert.


    Und ich glaube mirt J3 hat Joomla den Puls der Zeit wieder erwischt und meiner Meinung nach gibt es da CMSysteme die etwas arg hinterher hängen, was aber nicht bedeutet, dass sie schlechter sind.

  • Die Frage finde ich durchaus berechtigt, wenn man sie nicht so suggestiv stellt.


    Joomla wird auch in Zukunft bestehen bleiben und sich behaupten. Ich vermute, dass der Marktanteil aller großen CMS etwas zurück gehen wird. Joomla wird den Spagat zwischen einfacherer Bedienbarkeit und größer werdender Komplexität machen und hat die Grundlagen dafür im Framework (leider nicht im CMS) schon gelegt. Da der professionelle Markt am oberen Ende zunehmend von reinen Frameworklösungen wie Laravel, Yii und Codeigniter beherrscht wird, am unteren Ende von Baukastenlösungen, wird es in der Mitte enger werden. Das bedeutet: Umso besser die Baukastensysteme werden, desto mehr werden sich die CMS in der Bedienung vereinfachen müssen. Mit einem strengen Blick kann bisher keines der CMS modernen Usability-Anforderungen genügen, am ehesten veilleicht Wordpress.


    In Vergessenheit zu geraten kann dem besten CMS passieren. Vor 10 - 12 Jahren dachte ich auch, WOW! OsCommerce ist ein tolles Teil.


    OSC hatte das entscheidende Problem aus fehlendem Geschäftsmodell im Zusammenhang mit nur einem Haupt-Entwickler, der irgendwann keine Zeit oder Lust mehr hatte. Die Entwicklung stagnierte lange Zeit und das System war fehlerhaft.


    Das Ergebnis der Stagnation waren zahlreiche Forks und Clon-Systeme wie XTCommerce. Viele neuere Shopsysteme haben mit Quellcode von OSC angefangen und dann munter darauf aufgebaut, u.a. Gambio.

  • Ich denke man kann die Frage "Welches ist das beste CMS" kaum beantworten. Jedes System hat seine Vor- / und auch Nachteile. Es kommt immer auf den jeweiligen Einsatzbereich an!


    Bevor ich ein neues Projekt aufsetze frage ich mich immer "Was muss das System können" - anschließend entscheide ich mich für das passende CMS.


    Wichtig ist auch, dass man vorab die vorhandenen Plugins anschauen sollte. Es gibt nicht immer die passenden Plugins für jedes CMS...

  • Ich sehe für Joomla zwei interessante Marktnischen:


    1. "ambitionierte Nicht-Entwickler" - hiermit meine ich sowohl Hobbynutzer als auch Dienstleister. Diese Gruppe will komplexere Websites bauen, die über das reine Darstellen von statischem Content hinaus gehen , hat aber nur sehr rudimentäre technische Kentnisse . Joomla ist für diese Gruppe ein attraktives Tool, weil sich unglaublich viele Sachen aus fertig-Zeug zusammenbauen lassen, die Community gross ist und das Endprodukt sich trotzdem noch einigermaßen sexy anfühlt. Joomla skaliert hier deutlich besser als WordPress, wo große Mengen an Erweiterungen oft Probleme mit sich bringen. Drupal, Contao, Typo und Co scheiden aufgrund der steileren Lernkurve aus, Jimdo, Wix und Co können das nicht. Dieser Markt ist nach wie vor relativ gross.
    2. Die "Content + X" Projekte. Das sind Webseiten, die zu großen Teilen mit jedem System "von der Stange" umgesetzt werden können, aber irgendwo einen kleinen Spezialteil haben, der individuell programmiert werden muss. Beispiel: Seminarhaus will die aktuellen Seminarangebote, die in der hauseigenen Desktop-Software als CSV exportiert werden können, auch auf der Webseite darstellen. Also brauch man nen Importer, ne Suchansicht usw.
    Joonla ist hier sexy, weil der statische Kram (über das Tagungshaus, News) einfach schon mit drin ist - und der Spezialteil lässt sich in einem vernünftigen Framework bauen, ohne das das Entwicklerherz bricht. Es ist im Vergleich mit der restlichen Franework-Welt natürlich nicht State of the art, aber es ist in Ordnung. Konkurrenz? Typo und Drupal sind da oft zu groß und vor allem teuer, Standalone Frameworks (Laravel etc.) können den Standardkram nicht direkt und WordPress hat pro 1000 Zeilen Code ein totes Katzenbaby zur Folge.


    Joomla hat weiterhin einen Markt! Der schwere Teil ist zu akzeptieren, dass der low-Level Markt (der die grössten Nutzerzahlen hat) vermutlich nicht mehr der primäre sein wird, weil WP, Wix, Jimdo und Co hier zu stark (und zu gut) sind.


    Wir müssen uns jetzt vor allem bemühen und wieder ins Gespräch zu bringen und uns als Lösung für die oben genannten Märkte zu positionieren.

  • Hallo David,


    da ich mich bei 1. angesprochen fühle und mich da auch mit einrechne, muss ich Dir hier fast voll und ganz recht geben!
    Allerdings kommt aus meiner Sicht noch etwas entscheidendes hinzu.


    Zitat

    Drupal, Contao, Typo und Co scheiden aufgrund der steileren Lernkurve aus


    Hier muss ich Dir wiedersprechen. Für die ambitionierten Nicht-Entwickler, wie du uns so schön nennst, ist nicht die Lernkurve zu hoch. Ich kann mit allen 3 angesprochenen Webseiten bauen oder betreuen, dass ist nicht das Problem. Wenn man da eine gewisse Affinität zu hat ist der erlernen nicht so dramatisch.
    Das entscheidende Kriterium für Joomla ist hier ganz klar die relativ simple Lernkurve für den ambitionierten Kunden der gerne seine Inhalte größtenteils selber pflegen will!
    Und für uns ist es trotzdem sinnvoll, weil man die Kunden per Wartungsvertrag binden kann um die Systemupdates abzuwickeln. Auch wenn dies inzwischen wirklich sicher und einfach geworden ist, wenn man die Geduld hat und abwartet ob sich nicht wieder im Joomla Update Fehler befinden, traut sich dies doch der kleinste Teil der Kunden zu bzw. kann man hier sehr gut für Wartungsverträge argumentieren!

  • Moin Moin,


    ich verstehe sehr gut was du meinst, sei dir aber darüber im Klaren dass du, wenn du sagst dass die Lernkurve der anderen Systeme nicht zu steil ist, nur einen kleinen Teil der Nutzer deiner Gruppe vertrittst. Denn ich kann mit beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Durchschnittsadmin mit TypoScript klar kommt, oder "mal eben" das CCK-Modul von Drupal versteht. ;)


    lg
    david